Der D-Star-Empfang braucht das Diskriminatorsignal des Empfängerchips AT1846S unverfälscht an einem ADC-Eingang des Mikrocontrollers. Dafür wird ein Draht vom AT1846S (Pin 9, Audioausgang AFOUT) zum STM32 (Pin 18, PC3) gelegt, und einige Bauteile im Weg werden geändert. Für den Sendezweig ist kein Umbau nötig: Die Firmware moduliert über einen ohnehin vorhandenen PWM-Ausgang (PC8) den HR-C6000.

Der Umbau ist derselbe wie für M17 beim OpenRTX-Projekt. Maßgeblich ist die bebilderte Original-Anleitung:

Die Anleitung hier sagt, welche Schritte für den D-Star-Hotspot nötig sind, und ergänzt die Prüfung. Die Schrittnummern beziehen sich auf die M17-Anleitung.

Schwierigkeit: mittel bis hoch. Feine Lötarbeit an SMD-Bauteilen und IC-Pins in engem Raum, Lupe oder Mikroskop empfohlen. Zeitbedarf etwa 1–2 Stunden. Siehe DISCLAIMER.md.

Material und Werkzeug

Den Widerstand 200 kΩ aus der M17-Materialliste braucht man nur für Schritt 6. Dieser Schritt entfällt hier.

Schritte

M17-Schritt Inhalt (Kurzfassung) Für den D-Star-Hotspot
1 Gerät zerlegen, Platine vom Alu-Chassis lösen (Mittelpin der Antennenbuchse ablöten) nötig
2 Kynar-Draht von MCU-Pin 18 zu AT1846S-Pin 9 nötig – das ist der Abgriff
3 Kleine Nut ins Chassis feilen, wo der Draht verläuft; Späne restlos entfernen nötig
4 Zwei Kondensatoren und einen Widerstand entfernen, Pads brücken, 1,5 nF einsetzen nötig
5 Einen Widerstand brücken, Kondensator daneben entfernen nötig
6 Mikrofonpfad: Doppeldiode und zwei Kondensatoren, 200 kΩ (Mikrofon → MCU-ADC für M17-Codec2) nicht nötig, weglassen
7 Kondensator am HR-C6000 entfernen nötig (siehe unten)
8 Zusammenbauen, Draht in der Nut, Flussmittel entfernen nötig

Zu Schritt 7: Pflicht, so wie am getesteten Gerät. Alle Messungen stammen von einem Gerät mit Schritt 7; seine Wirkung im Betrieb wurde nicht einzeln untersucht.

Fotos: Drahtverlauf am Prototyp

Die beiden Aufnahmen zeigen den Drahtverlauf als Übersicht. Die Details der Lötpunkte zeigt die Original-Anleitung des M17-Projekts: https://github.com/M17-Project/DM-1701_mod

Umgebaute Platine: ein dünner Draht führt vom Baustein mit der Aufschrift „1846S“ (rechts) nach links zum großen Baustein oben; unten der HR_C6000

Bild 1: Umgebaute Platine. Ein dünner Draht führt vom Baustein mit der Aufschrift „1846S“ (rechts) nach links und endet am unteren Rand des großen Bausteins oben. Unten in der Mitte der HR_C6000, links daneben ein Speicherbaustein von Winbond.

Dieselbe Platine aus einem anderen Blickwinkel: der Draht verläuft vom Baustein links zum großen Baustein unten rechts

Bild 2: Dieselbe Platine aus einem anderen Blickwinkel. Der Draht verläuft vom Baustein links quer über die Platine zum oberen Rand des großen Bausteins unten rechts.

Prüfung nach dem Umbau (noch mit normaler OpenGD77-Firmware)

Vor dem Flashen der Hotspot-Firmware prüfen, dass das Gerät normal funktioniert:

  1. Einschalten: Anzeige, Tasten (alle Fronttasten, auch *!), Drehknöpfe. Eine beim Zusammenbau eingeklemmte Gummitaste sieht aus wie eine tote Tastatur.
  2. FM: Empfang und Senden mit einem zweiten Gerät, Ton und Modulation normal.
  3. DMR: ein Sprach-QSO (Relais oder Hotspot), in beiden Richtungen hörbar.
  4. Kein Frequenzversatz: FM und DMR auf Relaisfrequenzen ohne Auffälligkeiten.
  5. Draht nicht eingeklemmt: Gehäuse schließt ohne Druck, Antennenbuchse fest.

Erst dann weiter mit 02_Firmware_flashen.md.